Schluss mit staatlicher Untätigkeit und Abwälzung
Die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse bedroht unsere ökologische Vielfalt und die Existenz der Imkerei. Doch statt einer professionellen, staatlich finanzierten und organisierten Bekämpfung, die uns Frankreich vormacht, erleben wir in Deutschland seit Jahren oft Untätigkeit und die Abwälzung der Lasten auf das Ehrenamt. Der Imkerverband Rheinland-Pfalz zieht nun eine klare Grenze: Mit einem offiziellen Schreiben an das Umweltministerium fordern wir konsequente Umsetzung geltenden EU-Rechts, stellen die Umstufung auf Art.19 rechtlich infrage und wollen wissen, auf welcher Grundlage die Übernahme ins Managementregime geschah – sieben Jahre nach Aufnahme der Art in die EU-Unionsliste!
Wir sagen auch Nein zur Kostenübertragung auf Private oder den Staat. Denn: Wer einschleppt – muss auch zahlen. Seit Jahrzehnten profitiert der Handel von Importgewinnen, kommt aber nicht für „Nebenwirkungen“ auf, wie die Einschleppung invasiver Arten. Es ist Zeit für wirksame und Lösungen nach EU-Recht und Verursacherprinzip – professionell, koordiniert und rechtskonform finanziert.
Auf dieser Seite informieren wir umfassend zum Thema, veröffentlichen unsere Position und Forderungen an die Politik – detailliert in verschiedenen Formaten und Dokumenten. Die Seite wird laufend aktualisiert und ergänzt.
Kommentar des 1. Vorsitzenden: Verantwortung ist nicht delegierbar
Mit einem Schreiben an das Umweltministerium in Rheinland-Pfalz und das Bundesamt für Naturschutz sowie unserer Stellungnahme haben wir Position bezogen: Die Bekämpfung der Asiatischen Hornisse wird seit Jahren mit Ratlosigkeit und Zuständigkeitsgerangel verwaltet, und die anfallende Arbeit auffallend oft an die delegiert, die am wenigsten dazu verpflichtet sind: an Imkerinnen und Imker. Das ist nicht länger hinnehmbar. Der Kommentar erläutert, warum und wie wir uns nun aktiv gegen dieses Vorgehen stellen.
-> Weiter zum Kommentar
Stellungnahme des Imkerverbands: Staatsaufgabe statt Imkerlast
Die Bekämpfung der Asiatischen Hornisse ist eine staatliche Pflichtaufgabe für den Naturschutz, für die Landwirtschaft, v. a. für Bestäubungsleistungen, Imkerei, Obst- und Weinbau, für Gesundheit und Sicherheit. Unionsrechtlich kann sie nicht dauerhaft auf private oder ehrenamtliche Strukturen – wie Imker oder ad-hoc organisierte Bekämpfungsmodelle – verlagert werden. Wir brauchen ein übergreifend koordiniertes, professionell organisiertes Management mit klaren Verantwortlichkeiten, Finanzierung, Eingriffs- und Betretungsbefugnissen, Qualitäts- und Arbeitsschutzstandards sowie Wirkungs- und Kostenkontrolle. Die EU-weite Bedeutung schließt hierbei grenzübergreifende Koordinierung mit Nachbarländern zwingend ein.
-> Weiter zur Stellungnahme
Forderungskatalog an das Ministerium: Die Umstufung war rechtswidrig
Am 20. März haben wir das Umweltministerium RLP und das Bundesamt für Naturschutz angeschrieben und um vollständige Offenlegung aller rechtlichen Grundlagen, die zur Umstufung geführt haben, gebeten. Wir fordern die Darlegung aller Management- und Kontrollmaßnahmen, auch in Kooperation mit Nachbarstaaten, sowie die Bestätigung, dass die Kosten rechtskonform nach dem Verursacherprinzip finanziert werden. Grundlage der Nachfrage ist unsere Rechtsauffassung: Die im März 2025 vollzogene Umstufung war rechtswidrig. Unser Schreiben enthält den gesamten Forderungskatalog und Begründung.
-> Weiter zum Anschreiben
Velutina-Podcast: Alle Infos in 20 Minuten
Für alle mit wenig Zeit, haben wir das komplexe Thema komprimiert in einem spannenden Dialog aufbereitet. Das Hörformat ist KI-generiert, unterhaltsam, umfassend und verständlich. Reinhören und Weitergeben – 20 Minuten, die sich wirklich lohnen.
-> Staatsversagen bei der Asiatischen Hornisse
Guten Morgen,
wann wird bzw. wurde der Forderungskatalog an das Ministerium abgeschickt?
Machen andere Landesimkerverbände bei Eurer Initiative mit?
Grüße
Matthias
Hallo Matthias,
danke für Deine Nachfrage und das Interesse am Thema. Der Forderungskatalog wurde am 20.3.26 an das Ministerium und das BfN übersendet. Es gab zuvor am 25. Februar eine Videokonferenz, in der die LV informiert wurden. Einige denken darüber nach, auch aktiv zu werden, andere (noch) nicht. Bitte frage zu dem Thema gern direkt bei Deinem LV nach, wie er sich dazu stellt. Sicher wäre eine solche Anfrage insgesamt auch positiv, um die Wünsche der Mitglieder noch deutlicher zu machen. Eine Kooperation mit anderen Organisationen ist auch angedacht. Sobald wir hier mehr wissen, informieren wir darüber.
Viele Grüße
Dein Team vom Imkerverband Rheinland-Pfalz