So unterstützen Sie Ihre Völker bei hohen Temperaturen
In den kommenden Tagen erwartet uns eine ausgeprägte Hitzewelle. Unsere Bienen kühlen ihren Stock durch das Verdunsten von Wasser: Sie tragen Wasser ein und erzeugen mit den Flügeln einen Luftstrom, der die Innentemperatur senkt. Wird es zu heiß, können Waben weich werden, schmelzen und einstürzen – im schlimmsten Fall bedeutet das den Verlust des Volkes. Mit ein paar einfachen Maßnahmen können wir unsere Völker wirksam entlasten.
Standort und Beschattung
- Halb- oder schattigen Standort wählen, was ohnehin immer vorzuziehen ist. Stehen die Völker an einem sonnigen Standort ohne Schatten, helfen die folgenden Hinweise zur Unterstützung.
- Äste mit Blättern auf die Deckel legen oder die Beute mit hellen, weißen Tüchern abhängen – helle Oberflächen reflektieren die Sonne und halten die Beute spürbar kühler.
- Flugloch-Ausrichtung: bei starker Sonneneinstrahlung eher nach Osten (sanfte Morgensonne, aber Schutz vor praller Mittags- und Nachmittagssonne).
Hitzestau am Deckel vermeiden
- Holzlättchen unter den Blechdeckel legen, damit ein kühlendes Luftpolster entsteht und der Deckel nicht direkt aufliegt.
- Nasse Strohpolster oder feuchte helle Tücher auf dem Deckel verbinden Dämmung mit Verdunstungskühlung – regelmäßig neu befeuchten, sonst besteht Schimmelgefahr.
Belüftung
- Starke Völker brauchen ein weit geöffnetes Flugloch, um ausreichend ventilieren zu können.
- Bei schwachen Völkern und Ablegern das Flugloch eingeengt lassen und die Räuberei- und Wespengefahr im Auge behalten – hier ist die Beschattung wichtiger als ein großes Flugloch.
- Falls vorhanden, die Varroa- bzw. Diagnoseschublade unter dem Gitterboden herausziehen, damit Luft von unten durchziehen kann.
Raum geben
- Wird es im Kasten zu eng, staut sich die Hitze rasch. Bei Bedarf einen leeren Honigraum aufsetzen – idealerweise mit ausgebauten Waben –, damit sich die Bienen besser verteilen können und mehr Luft zirkuliert.
Wasserversorgung
- Wasser bereitstellen, z. B. über Hühnertränken.
- Schwimmhilfen einlegen (Kork, Steine, Stroh, Moos), damit keine Biene ertrinkt.
- Tränke nah am Stand platzieren – eine sonnige bis halbschattige Stelle wird gut angenommen; ein größeres Reservoir trocknet bei Hitze nicht so schnell aus. Regelmäßig nachfüllen und sauber halten.
- Möglichst früh etablieren, da Bienen wählerisch sind und die Stelle erst annehmen müssen.
Ruhe am Volk
- Eingriffe bei großer Hitze auf das Nötigste reduzieren.
- Notwendige Arbeiten in die kühleren Morgenstunden legen. Jede Störung bedeutet bei Hitze zusätzlichen Stress für das Volk.
Transport nur nachts oder in den Morgenstunden
- An heißen Tagen niemals tagsüber wandern – bei Hitze besteht die Gefahr, dass die Bienen im verschlossenen Kasten innerhalb von Minuten verbrausen.
- Transporte ausschließlich nachts oder in den kühlen frühen Morgenstunden und mit ausreichender Belüftung durchführen.
Keine Sorge beim „Bienenbart“
- Hängen bei großer Hitze Tausende Bienen traubenartig außen an der Beute, ist das kein Schwarmzeichen, sondern normales Kühlverhalten: Die Bienen machen Platz und helfen, die Temperatur im Inneren zu senken. Hier ist kein Eingreifen nötig.
Vorsicht: Waldbrandgefahr
- Bei Hitze und Trockenheit warnen die Forstbehörden vor erhöhter Waldbrandgefahr. Gehen Sie am Bienenstand besonders sorgsam mit dem Smoker um und achten Sie auf Glut und Asche, damit kein Funke ins Trockene gerät.
Mit diesen einfachen Vorkehrungen helfen wir unseren Bienen, gut durch die heißen Tage zu kommen. Achten Sie auf Ihre Völker – und kommen Sie selbst gut durch die Hitzewelle!