Die häufigsten Fragen von Pressevertretern haben wir hier zusammengestellt und kompakt beantwortet.
Umweltministerium: Wo ist die Antwort auf die Forderungen des IV RLP veröffentlicht?
Eine Weitergabe ist aufgrund der laufenden rechtlichen Klärung und aus prozesstaktischen Gründen derzeit leider nicht möglich. Wir können jedoch mitteilen, dass die Antwort unseres Erachtens den Sachverhalt bestätigt, auf dem unsere rechtliche Position beruht.
Verursacherprinzip: Wie könnten die Kosten konkret auf Importeure umgelegt werden?
Aktuell tragen Steuerzahler und vor allem Imker die massiven Schäden durch invasive Arten. Unser Lösungsansatz nach dem Verursacherprinzip ist eine „Invasive-Arten-Abgabe“ bei der Löschung von Importladungen. Würde man beispielsweise 10 Euro pro Standardcontainer in Seehäfen (bei ca. 7–7,5 Mio. Containern jährlich) erheben und Bahn sowie Flugverkehr einbeziehen, ließen sich die Managementkosten und Schäden zu einem großen Teil kompensieren.
Rechtsweg: Würde der Verband den Konflikt bis zum EuGH durchfechten, um eine Ausrottungspflicht noch durchzusetzen?
Ja, wir sind bereit, jeden rechtlichen Schritt zu gehen. Es ist unsere Verantwortung, das geltende EU-Recht verbindlich durchzusetzen und massive Schäden von Natur, Umwelt und der Imkerei abzuwenden.
Vorreiterrolle des Imkerverband-RLP: Gibt es ähnliche Vorstöße in anderen Bundesländern?
Wir sind in diesem Punkt Vorreiter. Allerdings schließen sich mittlerweile bundesweit viele betroffene Landesverbände unserer Haltung an.
Schaden für Imkerei: Gibt es Zahlen, die zeigen, wie aufwändig und gefährlich die Nestbeseitigung ist und welcher Schaden insgesamt entsteht?
Genaue Einsatzzahlen können wir nicht nennen, doch die Belastung für die Imkerschaft ist immens. Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) ist in Nestnähe hochaggressiv und durchdringt normale Schutzkleidung mühelos. Dies wirft massive arbeitsschutz-, versicherungs- und haftungsrechtliche Probleme auf und erfordert Investitionen in Spezialausrüstung von mehreren tausend Euro.
Wir wissen aus dem Austausch mit unseren europäischen Partnerverbänden, dass die Imkerei (Imker und Völker) bei weiterer Ausbreitung um 30-50 Prozent schrumpfen wird (z.B. Belgien, Frankreich Nordosten). Wissenschaftliche Modelle zeigen, dass bei flächiger Ausbreitung 14 bis 21% des imkerlichen Ertrags in das Management der Bienenvölker zur Abwehr der Vespa velutina fließen.
Ein Blick nach Frankreich verdeutlicht die Lage: Dort werden jährlich 32 Mio. Euro Schaden in der Imkerei erwartet. Dem stehen 12 Mio. € Bekämpfungskosten gegenüber. Deshalb wurde die Bekämpfung im März 2025 dort gesetzlich zur staatlichen Aufgabe gemacht.
Für Deutschland werden die Bekämpfungskosten auf 5 bis 6 Mio. Euro geschätzt – ein Betrag, der in keinem Verhältnis zu den drohenden Schäden, z.B. in Obst- und Weinbau, Gesundheitswesen, oder für die Biodiversität steht.
Fazit: Prävention statt Schadenbeseitigung
Der europäische Gesetzgeber hat die Vespa velutina bereits 2016 als invasive Art von unionsweitem Interesse gelistet. Es gilt das Prinzip: Prävention ist billiger als Schadensbeseitigung. Wir erwarten von der deutschen Politik ein proaktives Handeln und nicht, dass die Verantwortung weiterhin auf dem Rücken von Bürgern und Imkern abgeladen wird.




