Die schwedischen Lebensmittelbehörden haben Anfang Juni den Verkauf eines weiteren Import-Honigs untersagt: „Ica Basic Liquid Honey“. Untersuchungen des Umwelt- und Gesundheitsausschusses der Stadt Solna ergaben, dass der Honig wieder deutlich weniger bieneneigene Proteine enthielt als zu erwarten wäre und offenbar mit fremden Enzymen verfälscht wurde. Alle betroffenen Produkte mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 04.11.2027 müssen umgehend aus dem Handel genommen werden.

Das ist kein Einzelfall. In den vergangenen Monaten wurden bereits mehrere Honigprodukte aus dem Verkehr gezogen. Die gemeinsame Kontrollaktion der Städte Malmö, Helsingborg, Södertälje, Solna und Kalmar ergab, dass 11 von 17 untersuchten Honigprodukten die Anforderungen der EU-Honigrichtlinie bzw. des schwedischen Lebensmittelrechts nicht erfüllten. Öffentlich bekannt gemacht wurden bislang nur die weiter unten genannten Produkte.

Konsequente Kontrollen wirken

Der Imkerverband Rheinland-Pfalz sieht in dem konsequenten Vorgehen der schwedischen Behörden eine Vorlage, die deutsche Behörden einfach nur nachahmen müssten. Bereits mehrfach haben wir darauf hingewiesen, dass Honigverfälschungen ein massives Problem auf dem europäischen Markt darstellen. Während Schweden auffällige Produkte aus dem Verkehr zieht, gelangen in Deutschland weiterhin große Mengen billigster Importhonige in den Handel, deren Authentizität häufig nicht ausreichend überprüft wird.

Nach den bislang öffentlich bekannten Entscheidungen wurden in Schweden damit seit Anfang des Jahres 2026 mindestens vier Import-Honige aus dem Verkehr gezogen: Im Mai 2026 Hilltop Hot Honey, Eldorado Flüssiger Honig, JS Honey (Libanon) und im Juni 2026 ICA Basic Flytande Honung (Flüssiger Honig). In Deutschland dagegen sind trotz vergleichbarer Verdachtslagen bislang keine vergleichbaren behördlichen Verkaufsverbote bekannt geworden.

Die aktuellen Entwicklungen in Schweden zeigen, dass konsequente Kontrollen funktionieren und Verbraucher wirksam schützen können. Deutschland darf bei der Bekämpfung von Honigbetrug nicht länger hinterherhinken. Der Imkerverband Rheinland-Pfalz hat deshalb bereits im Mai die Lebensmittelüberwachung des Landes aufgefordert, sofort ebenfalls die bestehenden EU-Regeln anzuwenden und den betrügerischen Wettbewerb zu stoppen.

Der Imkerverband Rheinland-Pfalz fordert:

  • Deutlich mehr amtliche Kontrollen von Importhonigen und eine konsequente Verfolgung von Verstößen.
  • Den flächendeckenden und gebündelte Einsatz moderner Analysenverfahren, mit denen auch komplexe Verfälschungen zuverlässig nachgewiesen werden können.
  • Eine wirksame Umsetzung der EU-Verordnungen, insbesondere der Verordnung 625 (OCR) ohne weitere Verzögerungen.
  • Faire Wettbewerbsbedingungen für heimische Imkereien, die hochwertige und unverfälschte Produkte erzeugen, aber mit Dumpingpreisen verfälschter Importware konkurrieren müssen.

Link zu Original-Artikeln:
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Mehr zu unseren bisherigen Aktivitäten und Forderungen:
Schweden stoppt gepanschte Honige – Deutschland bleibt Eldorado für Betrüger:
https://www.imkerverband-rlp.de/schweden-stoppt-gepanschte-honige-deutschland-bleibt-eldorado-fuer-betrueger